«Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.»

Kundenberater werden ausgebildet und geprüft

Bei diesem Zitat habe ich nicht an Johann Wolfgang von Goethe gedacht, der dies scheinbar vor vielen Jahren geschrieben hat. Ein langjähriger Arbeitskollege aus meiner früheren Tätigkeit bei einer Bank hat diesen Spruch des Öfteren verwendet, an welchen ich kürzlich auf dem Nachhauseweg von einer Veranstaltung gedacht hatte. Regulierung von Finanzberatern war das Thema einer Diskussionsrunde moderiert von Reto Lipp, seines Zeichens Geldexperte und Moderator bei SRF. Renommierte Versicherungs- und Bankfachexperten haben bei einer Podiumsdiskussion mehrfach die Wichtigkeit der Weiterbildung von Finanzberatern betont. Im Zuge neuer Gesetze sieht sich die Finanzbranche unter Druck. Landauf und landab werden Kundenberater von Banken und Versicherungen geschult und fachlich geprüft.

Lukas Gähwiler, Chef der UBS Schweiz, erwähnte dabei, dass durch die flächendeckende Ausbildung der Berater dem Kunden ein gutes und sichereres Gefühl vermittelt wird. Seine Kundenberater werden zertifiziert. Ein Fiasko, wie beim Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers, soll es nicht mehr geben. Damals wurden tausenden von Kunden sogenannte Strukturierte Produkte verkauft, die sich im Nachhinein als wertlos entpuppten. Viele Sparer verloren dabei einen wesentlichen Teil ihres Vermögens. Nicht ausschliesslich wegen dem fehlendem Wissen der Kundenberater, sondern oftmals auch aus Gier und Profitmaximierung der Finanzinstitute wurden diese Anlageprodukte im grossen Stil verkauft.

Alleine mit einer fachlichen Mindestausbildung aller Finanzberater kann ein neuerlicher „Lehmann-Fall“ nicht verhindert werden. Fehlende ethische und moralische Werte sind oftmals die Ursache. Was bringt Ihnen ein gut ausgebildeter Bankberater oder Versicherungsagent, der Sie nicht ehrlich informiert und berät? Genau nichts!

Zielvorgaben führen zu Falschberatungen

Der Fisch stinkt vom Kopf her. Obwohl auch von den Finanzberatern ein gewisses Mass an Ehrlichkeit erwartet werden kann, sind es oftmals die von oben diktierten Zielvorgaben, welche zu «Falschberatungen» führen. Viel zu oft werden eben nicht die für den Kunden passendsten Produkte verkauft, sondern jene mit einem hohen Ertrag für das Finanzinstitut. Nur mit der Einführung einheitlicher Weiterbildungsstandards (wie Cicero, SAQ usw.) ist es noch lange nicht getan. Solange die Banken und Versicherungen nach Gewinnmaximierung streben, werden an Kunden Anlageprodukte verkauft, die sie gar nicht benötigen. Dies bestätigt sich im täglichen Kontakt mit meinen Kundinnen und Kunden.

Unabhängige Zweitmeinung einholen

Wie Sie überprüfen können, ob Sie kompetent und gleichzeitig ehrlich beraten werden? Holen Sie sich eine Zweitmeinung ein. Erst dann wissen Sie, ob Sie der Botschaft Ihres Beraters auch Glauben schenken können.