Dreierlei – Juli 2018

In der neusten Ausgabe von Dreierlei schreibe ich unter anderem über Freizügigkeitsguthaben. Zahlreiche Erwerbstätige in der Schweiz verfügen über ein Guthaben auf einem Freizügigkeitskonto. Dieses gehört eigentlich in die Pensionskasse. Im Weiteren erfahren Sie, welche Versicherungen es bei der Bezeichnung «Vorsorgekonto» nicht so genau nehmen und für welches Kundensegment die Umkehrhypothek ganz interessant sein kann.

Dreierlei heisst die regelmässige Publikation, die ich interessierten Lesern gerne zustelle. Damit informiere ich kurz und bündig über aktuelle Themen und gebe wertvolle Empfehlungen. Ich beschränke mich jeweils auf drei Themen – Dreierlei eben.

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Ausschnitt aus der Ausgabe Dreierlei – Juli 2018

Freizügigkeitsgelder gehören in die Pensionskasse

Freizügigkeitsguthaben sind angesparte Gelder in der Pensionskasse (2. Säule). Wer den Arbeitgeber wechselt, dem wird das angesparte Kapital, das sogenannte Freizügigkeitsguthaben, mitgegeben. Die Gelder können beim Stellenwechsel nicht bar bezogen werden, sondern verbleiben im Kreislauf der 2. Säule. Wird nach dem Austritt nicht gleich eine neue Stelle angetreten, dann werden die Gelder auf einem Freizügigkeitskonto bei einer Bank zwischenzeitlich parkiert.

Das geltende Freizügigkeitsgesetz schreibt klar vor, dass bei einem Stellenwechsel die Freizügigkeitsgelder in die neue Pensionskasse eingebracht werden müssen. Auch die neue Pensionskasse informiert den neuen Mitarbeiter jeweils dahingehend, dass das Guthaben aus der früheren Pensionskasse zu übertragen ist. Ob die Gelder dann tatsächlich in die neue Vorsorgeeinrichtung transferiert werden, kontrolliert in der Schweiz aber praktisch niemand. Daher kommt es häufig vor, dass viele Bürgerinnen und Bürger über zusätzliche Freizügigkeitsgelder ausserhalb der eigenen Pensionskasse verfügen.

Nicht nur der gesetzliche Zwang spricht jedoch für einen Übertrag der Vorsorgegelder in die Pensionskasse. Im Vergleich zu den derzeitigen Konditionen auf den Freizügigkeitskonten der Banken (Zinsen zwischen 0 und 0.15%) verzinsen die meisten Pensionskassen die Altersguthaben deutlich besser. Dies führt oftmals zu deutlich höheren Zinserträgen, wenn das Guthaben übertragen wird, als wenn dieses jahrelang auf einem mickrig verzinsten Freizügigkeitskonto liegen bleibt. Natürlich bieten die Banken auch für Freizügigkeitsgelder entsprechende Vorsorgefonds an. Doch auch hier zeigt sich, wie bei den Anlagefonds im Säule 3a-Bereich (siehe Artikel «Vorsorgekonto ist nicht gleich Vorsorgekonto»), dass die meisten Produkte vergleichsweise teuer und im heutigen Marktumfeld nicht sonderlich geeignet sind.

Gelegentlich gehen Freizügigkeitsguthaben auch vergessen. In diesem Fall hilft die Zentralstelle 2. Säule auf eine einfache und bequeme Art weiter. Mit einem Formular wird die Zentralstelle beauftragt, sämtliche Vorsorgeeinrichtungen über das Bestehen von persönlichen Freizügigkeitsgeldern anzufragen. Bei einem positiven Bescheid wird der Name der Vorsorgeeinrichtung mitgeteilt. Der Zugriff auf das angesparte Freizügigkeitskapital wird somit wieder möglich.