Der Fünfer und das Weggli für die Übergangsgeneration

Ende September stimmen wir über wichtige Änderungen bei der AHV und der Pensionskasse ab. Die mediale Berichterstattung über die Abstimmung zur «Altersreform 2020» ist in vollem Gange. In meiner letzten Ausgabe von «Dreierlei» habe ich unter anderem ebenfalls über diese wichtige Vorlage geschrieben. Dabei thematisierte ich die sogenannte Übergangsgeneration. Die Erwerbstätigen mit Jahrgang 1973 und älter erhalten bei einer Annahme den Fünfer und das Weggli: Höhere AHV-Leistungen und gleichzeitig eine Rentengarantie in der 2. Säule. Nun hat auch die NZZ am Sonntag dieses Thema aufgegriffen. «Der grosse Rentenknick beginnt mit Jahrgang 1974», schreibt die Zeitung. Meinen Bericht zu diesem Thema finden Sie nachfolgend.

 

Dreierlei vom Mai 2017

Seit der Schlussabstimmung im Parlament ist es um die wichtige Reform der Altersvorsorge ruhiger geworden. Im kommenden September stimmen wir über das beschlossene Paket ab. Über die Parolenfassung verschiedener Parteien und wichtiger Verbände wurde in den Medien berichtet. Eine etwas detailliertere Analyse über die geplanten Gesetzesanpassungen hat derzeit jedoch noch nicht stattgefunden. Vielleicht wollen die dafür Verantwortlichen den Stimmbürgern mit dieser heiklen Vorlage den Sommer nicht vermiesen oder aber die ganze Reform, welche hauptsächlich die AHV und das BVG (Bundesgesetz über die 2. Säule) betrifft, ist doch komplizierter als sie auf den ersten Blick erscheinen lässt.

Ursprünglich wurde die Reform vor einigen Jahren mit dem Ziel angestossen, die schweizerische Altersvorsorge den heutigen Herausforderungen wie einer höheren Lebenserwartung und dem Niedrigzinsumfeld anzupassen. Wie in der letzten Ausgabe von Dreierlei beschrieben, wird mit Annahme der Reform das Frauenrentenalter auf 65 Jahre erhöht. Zudem wird der gesetzliche Umwandlungssatz, der die Rentenhöhe aus der Pensionskasse definiert, schrittweise von 6.8% auf neu 6.0% reduziert.

Um der drohenden Rentenkürzung entgegenzuwirken, wurden verschiedene Massnahmen beschlossen. Die Sparbeiträge in die Pensionskasse werden je nach Altersgruppe um 1% erhöht und der Koordinationsabzug flexibler gestaltet. Dies verhilft vor allem Teilzeitangestellten und Personen mit einem tieferen Einkommen ein höheres Altersguthaben bis zur Pensionierung anzusparen. Im Weiteren wird bei Zustimmung zur Reform die monatliche AHV-Rente um Fr. 70 aufgestockt. Neu beträgt somit die minimale AHV-Rente statt bisher Fr. 1’175 neu Fr. 1’245. Die Maximalrente beträgt neu für alle Fr. 2’420. Zudem erhält die sogenannte Übergangsgeneration (Jahrgang 1973 und älter) Zuschüsse in ihre Pensionskasse, die ihnen die bisherige BVG-Rente garantieren.

Etwas salopp formuliert erhält also der männliche Teil der Übergangsgeneration den Fünfer und das Weggli: Aus der 1. Säule eine höhere AHV-Rente als bisher und zudem trotz Reform eine gleichbleibende BVG-Rente aus der Pensionskasse. Wer sagt denn, man kann den Fünfer und das Weggli nicht gleichzeitig kriegen?